Wege der Erinnerung

Die "Wege der Erinnerung" umfassen die folgenden drei Touren:

Jüdisches Leben in Sötern

Der Start- und Zielpunkt der Tour ist der Lotte-Koschelnik-Platz. Der Platz ist einer der sieben Orte gegen das Vergessen im St. Wendeler Land.

2014 hat der Landkreis St. Wendel und das Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel das Projekt „7 Orte gegen das Vergessen“ umgesetzt. Es wurden sieben Erinnerungsorte geschaffen, die an das ehemalige jüdische Leben im Landkreis St. Wendel erinnern sollen. Es handelt sich dabei um Plätze, die mit Bänken und Informationstafel ausgestattet sind, und an die Geschichte jüdischer Bürger im St. Wendeler Land erinnern, stellvertretend für die Opfer des Nationalsozialismus in der Region. Im Rahmen dieses Projektes wurde am 20.05.2014 der Lotte-Koschelnik-Platz in Sötern eingeweiht.

Die Familie Koschelnik lebte in Sötern. Isaak Koschelnik, der Vater von Leonore, Fritz und Lotte, war Schuhmacher und sehr beliebt in der Gemeinde. Isaak Koschelnik wurde am 10 November 1938 verhaftet und in das KZ Dachau gebracht. Er kam erst Wochen später wieder zurück. Das Schlimmste war jedoch, dass er das Land innerhalb einer bestimmten Frist verlassen sollte. 1939 flüchtet er nach Shanghai.

Er wollte seine Familie nachkommen lassen, doch dazu kam es nicht mehr, weil seine Familie sich um ihren kranken Vater kümmerte. Seine Frau und Kinder reisten aber nach Berlin, wo man fortan nichts mehr von ihnen hörte. Lotte, damals 13 Jahre alt, wurde mit ihrer Mutter Johanna Hedwig Koschelnik und ihrem Bruder Friedrich 1943 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet. Die Spur ihrer Schwester verlor sich bereits ein Jahr zuvor im Konzentrationslager in Riga. Wahrscheinlich ist die ganze Familie im Konzentrationslager verstorben.

Vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Koschelnik in Sötern wurden im Jahr 2012 Stolpersteine für die Familie verlegt (Hauptstraße 55).


Gonnesweiler

ehemalige jüdische Einrichtungen

Der Start- und Zielpunkt für unseren Weg der Erinnerung in Gonnesweiler liegt am Dorfplatz in der Schwarzbachstraße. Dort können Sie gut parken. Für den Rundgang zur jüdischen Geschichte in Gonnesweiler sollten Sie ca. 1 Stunde Zeit einplanen. Die Laufstrecke beträgt knapp 3 Kilometer und führt vom Ausgangspunkt bis zum Raimund-Hirsch-Platz.

Nehmen Sie von dort den gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt.


Bosen

ehemalige jüdische Einrichtungen

Der Start- und Zielpunkt für unseren Weg der Erinnerung in Bosen ist der Dorfplatz in der Flurstraße. Dort stehen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Für den Rundgang zur jüdischen Geschichte in Bosen sollten Sie ca. eine halbe Stunde Zeit einplanen.

Am Parkplatz beginnt der Spaziergang zur jüdischen Geschichte Bosens mit Informationen zur früheren jüdischen Schule. Von hier aus führt der Weg durch den Ort entlang der Erinnerungsstele zur jüdischen Synagoge, den Stolpersteinen für die Familie Lion bis zur jüdischen Mikwe.

Von dort nehmen Sie den gleichen Weg wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.


Konzeption

Die Touren wurden konzipiert von der Stolperstein AG, bestehend aus Jugendlichen der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle/Nonnweiler-Primstal in Zusammenarbeit mit dem Adolf-Bender-Zentrum St.Wendel.

Stolperstein AG